Aktuelles
Nephrogene Systemische Fibrose (NSF)
Eine neue Nebenwirkung von Gadolinium-haltigen
MR-Kontrastmitteln
bei niereninsuffizienten Patienten
In den letzten Jahren ist eine bisher unbekannte, seltene, invalidisierende,
auch tödlich verlaufende Nebenwirkung der MR-Kontrastmittel
(MR-KM) bei Patienten mit Niereninsuffizienz beobachtet worden:
die Nephrogene Systemische Fibrose (NSF). Die Genese scheint multifaktoriell
zu sein, jedoch ist das in den MR-KM enthaltende freie Gadolinium
nach heutigem Kenntnisstand pathogenetisch entscheidend. Die NSF
tritt u.a. in Abhängigkeit von der Art und Menge des applizierten
MR-KM und vom Schweregrad der Niereninsuffizienz auf. Das von
uns seit Jahren ausnahmslos verwendete Präparat Magnevist®
ist dabei relativ besser verträglich als die meisten anderen
MR-KM. Wir verwenden ausschließlich Magnevist®, weil
es als einziges MR-KM derzeit eine universelle Zulassung für
alle Anwendungen besitzt und zudem am längsten auf dem Markt
ist.
Die Anwendung der Gd-haltigen MR-KM
ist bei einer Kreatinin-Clearance von unter 30 ml/min nicht mehr
zulässig. Dies trifft für alle MR-Untersuchungen zu,
bei denen MR-KM gegeben werden muß, nicht nur für MR-Angiographien.
Wir bitten Sie daher, bei allen Patienten mit bekannter oder klinisch
möglicher Niereninsuffizienz vor einer geplanten MR-Untersuchung
mit MR-KM das Kreatinin i.S. zu bestimmen und die Kreatinin-Clearance
zu berechnen, bzw. uns bei der Vorstellung dieser Patienten das
Kreatinin i.S., Körpergröße und –gewicht
der Patienten mitzuteilen.
Wir schätzen die Kreatinin-Clearance ab nach
der Cockcroft-Gault-Formel: